Malcesine – Monte Baldo

Nach dem gestrigen schweren Gewitter, war heute morgen die Schneefall Grenze ziemlich tief. Erschreckt stellte ich fest, dass meine geplante Tour deutlich über dieser Marke lag. Mein Hauswirt meinte, wenn ich die Tour MeranerHöhenweg – Tauferscharte – Mutspitz heute mache, dann soll ich bitte mal vorab bezahlen … haha … allerdings hat er nicht unrecht, denn vor 10 Tagen ist erst ein gleichaltriger Wanderer vor den Augen seiner Frau zu Tode gestürzt, der Weg birgt also auch seine Tücken – hier sollte außer dem Wetter sehr viel mehr passen. Auf jeden Fall fiel die Entscheidung zugunsten Gardasee – dort nahm ich mir den Monte Blado aufs Korn, den Hausberg von Malcesine. Die Wanderung war toll beschrieben, sollte allerdings erst im späten Frühling unternommen werden, wenn auch der letzte Schnee verschwunden ist, der an einigen Punkten dieses Ausflugs Schwierigkeiten bereiten könnte.

Zuerst galt es nach dem Frühstück die 130km nach Garda zu meistern – nach 90min war ich da. Die Tour folgt dem bekannten Ventrar-Weg. Den Startpunkt erreichte ich, indem ich von Malcesine aus die Seilbahn bis nach Bocca Tratto Spino nahm – die Gipfelstation.

Von hier aus führt ein Karrenweg in Richtung Norden bergab um die Ostwand des Berges Colma herum. Dahinter sieht man dann auf der linken Seite ein Wegzeichen mit Hinweis auf den Weg „Sentiero del Ventrar“, den man nach einem rund 20-minütigen Abstieg bequem erreichen. Es folgt nun ein anspruchsvoller, atembreaubender Abschnitt (hält dem Vergleich zum gestrigen Felsenweg jederzeit stand). Der Weg war immer gut markiert, und lies nie Zweifel an der Richtung. Der Weg verläuft auf wenigen Hm bergauf, meist gehts nur abwärts aber immer entlang der sehr steilen Felswand, die auf der einen Seite nahezu senkrecht im Lago die Garda endet und auf der anderen Seite beeindruckende Höhe, zwei steile Schneefelder, Geröllfelder die sicher ab und zu auch mal einen Stein in die Tiefe schicken – dies fordert zumindest Respekt. Idealerweise wählt man als Termin Ende Mai/Anfang Juni = Alpenrosen Blüte! Nach diesem Teilstück folgt das Teilstück durch die malerischen Prai Weiden. Glöckengeläut, tiefgrüne Wiesen, Kühe und darunter immer der Blick auf den Lago. Der Weg führt nun über festes Gelände bis zur Alm Kira.

Nach den Weiden geht der Weg immer (sehr) steil bergab und machen den Knien u.U. Probleme. Auf jeden Fall sind die Oberschenkel extrem belastet. Der Abschnitt brachte mich zu einem malerischen Bogengang „Il Signor“. Er verläuft als langer Saumpfad über die Anhöhe von S. Michele direkt zur Mittelstation der Seilbahn. Dort angelangt hatte ich die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten : Entweder mit der Seilbahn nach Malcesine zurückkehren oder den letzten Abschnitt noch zu Fuß bewältigen – nach einem Erfrischungsgetränk war ziemlich schnell Variante 2 entschieden – was solls.

Auch das letzte Teilstück ging entlang der Seilbahn Fahrtstrecke immer noch extrem steil bergab auf den sogenannten Mule Tracks (historische Wege für Esel gebaut surprised). Aber immer hatte man einen super Blick auf den Gardasee von Osten bis Westen. Nach 1600Hm Abstieg war ich dann ziemlich geschafft zurück in der Parkgarage … es folgten weitere 130km zurück nach Lana, staufrei aber mit einem schrecklichen Unfall auf der Gegenfahrbahn. Ein Oldtimer-Posche-Cabrio hatte Kontakt mit einem LKW – Hubschrauber auf der A22 und Notarzt bedeuten meist nix Gutes! Zurück im Hotel endlich duschen – denn das Schweiß-Tattoo auf dem T-Shirt sind nicht die Berge die man auf vielen Fotos sehen kann, sondern ist einfach zufällig entstanden. In diesem Sinne wünsche ich allen Mitlesern und Wanderfreunden einen coole Zeit bis zum nächsten Blog. Für diese Woche ist hier erst mal Schluss … ab jetzt ist Tennis wink und für die Nichtleser (aber auch alle anderen)

–> hier gehts zum zugehörigen Album
bis zum nächsten Mal

2 Gedanken zu “Malcesine – Monte Baldo

  1. Hallo Mike, mehr Sonne geht ja wirklich nicht, und dazu noch diese geniale Landschaft mit super schönen Aussichten. Hast einiges an Höhenmetern geleistet. Wünsche Dir keinen ganz so schlimmen Muskelkater und noch weitere schöne Tage in Südtirol. LG Claudi

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  2. Guten morgen Mike, kannst du nach dieser Tour wirklich heute Tennis spielen? Das Wetter und die Landschaft – einfach unbeschreiblich schön. Lass es dir gut gehen und hab viel Spaß die nächsten Tage. Grüßle Elfriede

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